Fütterung
Das Thema Fütterung hat schon Generationen von Hundehaltern und vor allem -züchtern beschäftigt. In „Hunde-Foren“ im Internet gibt es heiße Diskussionen darüber, welches Futter das Beste für den vierbeinigen Liebling ist. Trockenfutter, Nassfutter oder Frischfleisch (Stichwort Barfen) – die Vorlieben und Empfehlungen gehen zum Teil weit auseinander. Wichtig ist meiner Meinung nach, Toleranz walten zu lassen. Manche Ansichten sind doch recht dogmatisch und ich stelle mir oft die Frage, ob die Hundebesitzer im Blick auf ihre eigene Ernährung so kritisch sind. Dies wiederum ist einer der Gründe, warum ich inzwischen dazu übergangen bin, für meine Hunde und Welpen vorwiegend frische Zutaten zu verwenden. Denn als Züchter legt man schließlich den Grundstein.
Bei Zweibeinern ärgert es mich regelrecht, wenn es heute junge Menschen (oft auch Mütter) gibt, die nicht mal mehr einen Kartoffelbrei selbst zustande bringen und stattdessen auf die Päckchen-Variante zurückgreifen. Dabei ist es ganz leicht und in 20 Minuten auch ohne Schnellkochtopf zubereitet.
Trockenfutter (Trofu) ist für viele die bequemste Art, den Hund zu ernähren. Was mich im Lauf des mannigfaltigen Studiums von Inhaltsstoffen auf der Packung immer mehr irritiert hat, ist der hohe Getreideanteil. (Bei Mais und Soja bin ich sowieso vorsichtig.) Hunde sind doch keine Pferde! Und die täglichen „Hunde-Häufchen“ sind bei Trofu viel größer als beim Barfen – auch ein Indiz dafür, so reime ich mir es zusammen, dass vieles unverdaut ausgeschieden wird. Doch der hohe Getreideanteil ist meiner Ansicht nach erklärbar: Fleisch ist eben teurer!
Eigenes Süppchen
Erste Regel: ein gutes, hochwertiges Trockenfutter listet als erstes den Fleischanteil auf. Wenn dann noch „tierische Nebenprodukte“ erwähnt werden – da kann wirklich alles drin sein – ärgert mich die Verschleierungspolitik wirklich. Und so geht es weiter, manchmal ist mir der Eiweißanteil zu hoch, dann der des Kalziums. Synthetische Vitamine möchte ich auch nicht verfüttern. Und so kocht man mit der Zeit lieber sein eigenes Süppchen.
Trockenfutter als Leckerli oder – mit etwas zeitlichem Abstand zum Rohfleisch gefüttert (morgens/abends) schließen wir auch nach wie vor nicht aus. Dabei ziehen wir Lamm/Reis-Mischungen vor. Übrigens: der häufige Einwand, Hunde würden Trockenfutter-Bröckchen benötigen, um die Zähne in Schuss zu halten, ist meiner Meinung nicht haltbar: Als Schlinger kaut der Hund kaum auf seiner Nahrung herum. Und fürs Nagen gibt es bei uns z.B. getrocknete Pansen oder getrocknete Hühnerhälse. Schweineohren oder Welpenspaghetti sind mir zu fett. Dann eher Ochsenziemer, in entsprechender Größe.
Kochen für die Hunde?
Das klingt jetzt nach viel Aufwand. Ist aber eigentlich nicht so. Wir beziehen unseren „Welpenmix“ (bspw. kleingewolfter Pansen, Lamm oder Rind) in tiefgefrorenen 500-Gramm-Päckchen. Die werden appetitlich angeliefert und von uns eingefroren und je nach Bedarf aufgetaut. Die Akzeptanz ist hervorragend. Die Hunde hauen regelrecht rein. Schwupp, weg ist das Fressen. Und dann kommt der Teller auch weg!
Ein bisschen Ergänzungsbedarf sehen wir schon: So kommen beispielsweise leicht gedünstete Karotten (roh meiner Meinung nach nicht so verdaulich), beziehungsweise verschiedene andere, nicht blähende Gemüsesorten oder auch mal Quark, eine gekochte Kartoffel, ein Eigelb von freilaufenden Hühnern (1xpro Woche), Hüttenkäse, gedünsteter Fisch, ein mal pro Woche wenig Leber, ein Schuss Oliven,- Lein-, Hanf- Distel- oder Sonnenblumenöl, Banane, Apfel, Birne oder sonstiges Obst der Saison (mit dem Pürierstab zerkleinert) hinzu.
Bei roher Leber muss man beachten, dass zu große Mengen Durchfall machen (also keine Sattfressportion geben) und das ist eigentlich gut so, denn zuviel fettlösliche Vitamine, die in Leber enthalten sind, können auch schaden und so merkt man es wenigstens, dass man davon zu viel füttert. Leber füttere ich daher auch möglichst nicht zusammen mit Blättermagen. Joghurt oder anderen Sachen, die eh auch zu weicherem Kot führen, sondern eher an Tagen wo ich Knochen füttere.
Im Haarwechsel kann man Hefeflocken ins Futter geben, ansonsten verzichte ich auf Pülverchen oder exotische Öle.
Optimal ist es natürlich, generell auf Bioprodukte zurückzugreifen, was Obst und Gemüse sowie Milchprodukte anbelangt. Oder auch - wohldosiert – eine Stunde eingeweichte Biovollkornflocken kommen auf den tierischen Speiseplan. Auch zermahlene, vorher gut gereinigte und getrocknete Eierschalen können - in Maßen - beigegeben werden. Die Zugabe von Kalzium ist eine Wissenschaft für sich. Wenn der Kot nicht zu weiß (Farbe) und zu hart wird, dann passt das auch mit dem Kalzium.
Auch fleischige Knochen, die nicht splittern, kommen in Frage. Wir ziehen Kalb (weich) oder Rind vor, beobachten gerade die Welpen dennoch beim Nagen, ob nicht irgend ein Strück absplittert.
Unsere Welpen füttern wir zunächst mit Tartar vom Metzger unseres Vertrauens an. Das erscheint Ihnen vielleicht etwas „sündhaft“, aber die 3- 4 Wochen alten Welpen fressen ja noch nicht solche Berge. Sie saugen außerdem bei der Mutter und werden so in dieser Zeit noch ideal versorgt.
Natürlich hat die Fütterung auch in der Balance stehen mit dem tatsächlichen Energiebedarf des (erwachsenen) Hundes. Da unsere Border Collies im Hundesport gehen (Agility) und und bei Ausritten und langen Fußmärschen begleiten, hatten wir noch nie Probleme mit übergewichtigen Tieren.
Wir haben hier nur unsere praktischen Erfahrungen weitergegeben - im täglichen Umgang mit unseren lieben Hunden, die uns ja sehr ans Herz gewachsen sind! Eine wissenschaftliche Studie geht dieser Empfehlung nicht voraus.

